Siouxsie and the Bansheesmital-U indie-label

20. September 1976 : '100 Club Punk Festival'

Drei Individuen - Siouxsie Sioux, Steve Havoc (aka Steve Severin), Billy Broad (aka Billy Idol) - folgten den Sex Pistols als Kern des Bromley Contingent seit sie die Band im Januar desselben Jahres erstmals sahen. Sie bekamen Kontakt zum Band-Manager Malcolm McLaren und fragten ihn schlussendlich ob sie am geplanten '100 Club Punk Festival' auftreten dürften.
Poster for the Punk-Rock Festival at the '100 Club' Malcolm stimmte zu und die nächsten Tage wurden verwendet um einen passenden Bandnamen zu finden. Es war der Horrorfilm 'Cry of the Banshee' den Steve zum Vorschlag Susy and the Banshees inspirierte, welcher nach Siouxsie's Aenderung von Susy auf Suzie, akzeptiert wurde. Nun galt es Entscheidungen zu treffen bezüglich den individuellen Rollen in der Band. Eines war sicher was auch immer herauskommen mochte, es würde ein ausserordentlicher Auftritt werden, denn nur Billy hatte musikalische Erfahrung (spielte Gitarre für drei oder vier Jahre) und sie hatten immer noch keinen Drummer!
 
Mit dem Näherrücken des Datum's war eine diesbezügliche Entscheidung notwendig, ebenso was der Auftritt beinhalten sollte. Verschiedene Ideen entstanden, die Grundlage war, dass Billy Steve die wichtigsten Bassnoten zeigen sollte und sie die zwanzig Minuten verwenden wollten um ihre meistgehassten Songs zerstörerisch zu spielen.
 
Die ganzen Vorbereitungen und Pläne wurden zurückgeworfen als Billy Siouxsie und Steve anrief um ihnen mitzuteilen, dass auf Einwirken von Tony James (dem Bass-Spieler von Billy's Band Chelsea) er am geplanten Ereignis nicht mitmachen könne, da seine Beteiligung die Reputation ihrer Gruppe schädigen würde! Als Alternative schlug Billy vor, dass die Banshees Marco Pirroni als Gitarristen anfragen sollten, da dieser gerade Chelsea verlassen habe. So war es Marco welcher einstieg, doch zwei Tage vor dem Festival war immer noch kein Drummer gefunden. Während eines Treffens mit Malcolm McLaren im 'Louise Club' in Soho wurde dieses Thema ebenfalls angesprochen und er fragte Sid Vicious für ein Mitmachen bei den Banshees an.
Marco Pirroni / Viv Albertine / Sid Vicious / Siouxsie Sioux / Steve Havoc
Nach Sid's okay wurde eine Probe von zwei Stunden, im Übungsraum der Clash in Camden, für den folgenden Tag vereinbart. Während dessen wurden alle bisherigen Pläne und Ideen ü ber Bord geworfen, zu Gunsten einer zwanzig Minuten dauernden Krachlawine, über die Siouxsie The Lord's Prayer (das Vater Unser) rezitieren sollte, durchsetzt mit Extrakten von Stücken welche sie als die schrecklichsten Rock-Songs aller Zeiten bezeichneten, wie Knocking on Heavens Door und Twist and Shout, sowie begleitet von Marco mit einem Soundtrack von Standard Rock-Cliches wie Deep Purple's 'Smoke on the Water' und Rollings Stones' 'Satisfaction'.
'Suzie' In Nummer 100 Oxford Street, London W1 waren die Augen der Menge auf die Bühnenfront fixiert in Erwartung des ersten Auftritts einer Band, angekündigt als Suzie and the Banshees, eingeklemmt zwischen Subway Sect und The Clash. Die spannungsgeladene Atmosphäre wurde entladen durch ein Feedback-Gehäul von Marco Pirroni's Gitarre, Sid Vicious' erbarmungslosen Schlagens der Trommelfelle als unterstützenden Minimal-Beat, simultan begleitet durch Steve Havoc's dröhnende Basslinie. All dies gekoppelt mit Siouxsie's durchdringender Rezitation und die entnervende Nebeneinanderstellung war komplett.
Steve Havoc Freunde der Band sammelten sich auf einer Seite der Bühne, begiessend ihren Schweiss mit Pints von Lager. Während Johnny Rotten seinen Weg durch die Menge zur Bühne freitanzte, stand die andere Hälfte des Publikums entsetzt da, realisierend dass dies nicht ihren Erwartungen bzw. Hörgewohnheiten entsprach.
 
Nach 20 Minuten manischer Improvisation, stoppte die Band und (taten so als) kehrten sie nochmals ins Publikum zurück. 'Gott es war schrecklich' schrie Howard Thompson (Island Records A&R Mann), worauf Siouxsie antwortete 'das Ende war ein Missgeschick, wir wollten spielen bis wir von der Bühne geworfen werden, aber wir langweilten uns bevor es das Publikum tat'!
 
Unter dem (mehrheitlich) nicht amüsierten Publikum waren zwei Leute welche genügend beeindruckt waren, um den Kontakt zur Band zu suchen, Nils Stevenson und Kenny Morris. Zu dieser Zeit war Nils einer von Malcolm McLarens Co-Konspiratoren für die Sex Pistols. So gross war der ausgelöste Eindruck, dass Nils unverzüglich seine Dienste als Manager offerierte und Kenny klar machte, dass er gerne für sie die Drums spielen wolle, falls sich die Gelegenheit ergäbe. Der Rest ist Geschichte.
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